Mit rund 67.000 Einwohnern und einer Lage direkt an der Erft prägen nicht nur der Strukturwandel, sondern auch die geologischen Bedingungen des Niederrheins das Bauen in Kerpen. Die hier vorherrschenden Lösslehme und Terrassenschotter reagieren sehr unterschiedlich auf mechanische Beanspruchung. Wer im Stadtteil Sindorf eine Baugrube sichert oder in Horrem ein Gewerbegebiet erschließt, muss die Verdichtbarkeit des anstehenden Bodens exakt kennen. Der Proctor-Versuch (Normal oder Modifiziert) liefert die entscheidende Referenzkurve, um die Trockendichte und den optimalen Wassergehalt für den lagenweisen Einbau zu definieren. Ohne diese Kennwerte bleibt jede Tragschichtprüfung im Blindflug, und Setzungen sind vorprogrammiert. Wir führen den Versuch nach DIN 18127 durch, ergänzt durch eine enge Abstimmung mit den Schürfgruben, um gestörte Proben direkt aus der relevanten Einbautiefe zu gewinnen.
Die Proctordichte ist kein konstanter Bodenkennwert, sondern eine Funktion der Verdichtungsarbeit. Nur der Versuch liefert die zum Baugerät passende Referenz.
Technische Details zur Leistung in Kerpen

Working video
Typische technische Herausforderungen in Kerpen
Bei der Erschließung des Neubaugebiets westlich von Türnich standen wir vor einem klassischen Kerpener Problem: Der anstehende Lösslehm war oberflächennah entkalkt und stark wasserempfindlich, darunter folgte eine dichte, wenig durchlässige Schicht. Der Aushub wurde zur Wiederverwendung vorgesehen, aber die ersten Verdichtungsversuche scheiterten an einem zu hohen natürlichen Wassergehalt. Eine Kalkstabilisierung wurde notwendig, deren Dosierung wir aus den Proctor-Versuchen mit verschiedenen Bindemittelanteilen ableiteten. Ohne diesen vorgeschalteten Laborversuch wäre die gesamte Baustraße innerhalb von Wochen zerrüttet gewesen. Das Risiko in Kerpen liegt selten im reinen Sand, sondern fast immer in den feinkörnigen Deckschichten, die bei Regen sofort aufweichen und bei Trockenheit steinhart werden. Nur die im Labor ermittelte optimale Einbaufeuchte schafft hier die Voraussetzung für eine dauerhaft standsichere Verdichtung.
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Unsere Leistungen
Die Proctordichte ist die Basis jeder qualifizierten Verdichtungsprüfung. Unser Leistungsspektrum in Kerpen deckt den gesamten Prozess ab, von der Probenahme bis zur baubegleitenden Kontrolle:
Proctor-Versuch nach DIN 18127
Einfache und modifizierte Variante mit Bestimmung von Trockendichte, optimalem Wassergehalt und Luftporenanteil. Ausgabe als vollständiger Prüfbericht inklusive Sättigungslinie.
Kombinierte Eignungsprüfungen
Proctor-Versuch mit nachgeschalteter CBR-Prüfung oder Plattendruckversuch im Labor, um Tragfähigkeitskennwerte direkt aus der Proctordichte abzuleiten.
Baubegleitende Dichtekontrolle
Sandkegelverfahren oder dynamischer Plattendruckversuch auf der Baustelle mit direktem Abgleich der erreichten Dichte gegen den laborseitig ermittelten Proctorwert.
Übliche Fragen
Wann benötige ich einen einfachen und wann einen modifizierten Proctor-Versuch in Kerpen?
Der einfache Proctor-Versuch simuliert die Verdichtungsenergie leichter Walzen und wird meist bei Hinterfüllungen, Leitungsgräben oder im Garten- und Landschaftsbau gefordert. Für den klassischen Straßen- und Dammbau sowie bei der Bauweise mit schweren Vibrationswalzen, wie sie auf den großen Baustellen in Kerpen üblich ist, verlangt die ZTV E-StB 17 den modifizierten Proctor-Versuch. Dieser arbeitet mit dem 4,5-kg-Fallgewicht und einer Fallhöhe von 45 cm, was eine etwa viereinhalbfach höhere Verdichtungsarbeit bedeutet. Der optimale Wassergehalt liegt hier meist etwas niedriger, die erreichbare Trockendichte dagegen höher als beim einfachen Versuch.
Was kostet ein Proctor-Versuch für ein Bauvorhaben in Kerpen?
Die Kosten für einen normgerechten Proctor-Versuch in unserem Labor liegen je nach Aufwand, Korngröße des Bodens und ob es sich um die einfache oder modifizierte Variante handelt, in einer Spanne von €90 bis €220. Bei stark bindigen oder wechselhaften Böden, wie sie in den Lössgebieten Kerpens häufig vorkommen, empfehlen wir meist eine Versuchsserie mit zwei bis drei verschiedenen Wassergehaltsstufen, um die Proctorkurve statistisch abzusichern. Die Probenahme vor Ort und eine eventuelle An- und Abfahrt werden separat berechnet.
Kann man den Proctor-Versuch auch mit Boden aus Kerpen durchführen, der gröbere Bestandteile enthält?
Ja, das ist möglich, erfordert aber eine angepasste Methodik. Nach DIN 18127 wird unterschieden zwischen dem Versuch im Topf mit 100 mm Durchmesser, der für Böden mit einem Größtkorn bis 31,5 mm geeignet ist, und dem 150-mm-Topf, der Körnungen bis 63 mm zulässt. Sollte der Boden, etwa aus dem Bereich der Terrassenschotter im Erfttal, einen noch höheren Grobkornanteil aufweisen, kommt das Ersatzverfahren nach TP BF-StB Teil B 11.2 zum Einsatz. Dabei wird der Überkornanteil abgesiebt und rechnerisch korrigiert, was in der Praxis bei den kiesigen Böden im Norden Kerpens regelmäßig Anwendung findet.