Zwischen dem hochgelegenen Stadtteil Blatzheim auf der Lössplatte und dem tief eingeschnittenen Erfttal in Kerpen-Mitte liegen Welten – zumindest bodenmechanisch. Während in Blatzheim oft schon ab 1,2 Meter Tiefe steifer Lösslehm ansteht, der ohne nennenswerte Wasserführung trägt, hat man es entlang der Erft mit weichen Auelehmen und hoch anstehendem Grundwasser zu tun. Die Schürfgrube ist hier das einzige Verfahren, das einem Ingenieur in 3,2 Metern Tiefe noch erlaubt, die Konsistenz mit dem Taschenpenetrometer direkt am ungestörten Gefüge zu prüfen. Für einen klassischen CPT-Versuch sind genau diese zähen, bindigen Wechsellagen mit eingelagerten Torflinsen oft zu undurchlässig – der Spitzendruck allein liefert dann kein klares Schichtenbild. Ein erfahrener Bodengutachter sieht dagegen in der Schürfgrube sofort, ob die rostbraunen Flecken im Schluff auf Grundwasserschwankung hindeuten oder ob der graue Ton tatsächlich steif genug für eine Flachgründung ist.
Eine Schürfgrube zeigt in Kerpens Aueböden mehr als zehn Sondierungen: das ungestörte Gefüge, die wahre Konsistenz und den exakten Grundwasserzutritt.
Technische Details zur Leistung in Kerpen

Typische technische Herausforderungen in Kerpen
Ein dreigeschossiger Wohnblock in Kerpen-Horrem, errichtet auf einer vermeintlich tragfähigen Auffüllung aus den 1970er-Jahren ohne vorherige Schürfgrube, zeigte nach drei Jahren Setzungsrisse bis 4 mm Breite im Kellermauerwerk. Die Ursache: In 2,8 Meter Tiefe lag eine alte Wurzelgrube mit organischem Material, die beim Rammkernbohren nicht auffiel, weil der Kern im lockeren Material einfach verloren ging. Erst eine nachträgliche Schürfgrube deckte den Hohlraum auf, der sich unter Auflast langsam verdichtet hatte. Wer in Kerpen auf Direktaufschlüsse verzichtet, riskiert genau solche punktuellen Schwachstellen zu übersehen, die kein indirektes Sondierverfahren abbildet. Besonders tückisch sind verfüllte ehemalige Entwässerungsgräben im Erfttal: Sie durchziehen die Flächen oft diagonal und sind im Bohrplan nicht erkennbar. Der Gutachter muss die Grubenwände auf solche Störungen hin abfahren und die Hinterfüllung manuell befühlen. Ein weiteres Risiko sind die im Rheinischen Revier verbreiteten Sackungszonen über alten Bergbaustrecken – eine Schürfgrube liefert hier den einzigen visuellen Beweis für intakten oder gestörten Lagerungsverband.
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Unsere Leistungen
Unser geotechnisches Team führt Schürfgruben in Kerpen witterungsunabhängig und mit kurzer Vorlaufzeit durch. Wir bieten zwei aufeinander abgestimmte Leistungsmodule:
Schürfgrubenaufnahme nach DIN EN ISO 22475-1
Maschineller oder manueller Aushub bis 3,50 m Tiefe. Inklusive Verbau, Wasserhaltung, Schichtenaufnahme mit Feldmethoden (Taschenpenetrometer, Handflügelsonde), gestörter und ungestörter Probenahme sowie Fotodokumentation. Abschluss mit Schichtenverzeichnis und Bodengruppenansprache.
Ergänzende Laborversuche aus Schürfgrubenproben
Bestimmung von Wassergehalt, Konsistenzgrenzen nach Atterberg und Korngrößenverteilung aus entnommenen Proben. Bei bindigen Böden zusätzlich Rahmenscherversuch oder Triaxialversuch zur Ermittlung der Scherparameter für den Standsicherheitsnachweis.
Übliche Fragen
Wie viel kostet eine Schürfgrube in Kerpen?
Für eine Schürfgrube in Kerpen mit einer Tiefe bis 3,50 m, inklusive Verbau, Wasserhaltung, Schichtenaufnahme und Probenahme, liegt der Preis je nach Zugänglichkeit und Bodenverhältnissen zwischen 520 € und 810 €. Bei sehr beengten Grundstücken oder starker Wasserhaltung kann der Aufwand steigen.
Wann ist eine Schürfgrube einer Bohrung überlegen?
Die Schürfgrube ist immer dann überlegen, wenn das ungestörte Bodengefüge beurteilt werden muss – etwa bei Wechsellagerungen von Schluff und Ton, bei Verdacht auf organische Einschlüsse oder bei rekultivierten Kippböden mit Braunkohleresten. Sie liefert einen visuellen Vollaufschluss, den keine Bohrung ersetzen kann.
Wie tief kann eine Schürfgrube in Kerpen ausgeführt werden?
Standardmäßig bis 3,50 m unter GOK. Größere Tiefen sind mit geböschten oder gestaffelten Gruben möglich, erfordern aber mehr Platz und einen höheren Verbauaufwand. Im Erfttal begrenzt oft der hohe Grundwasserstand ab 1,40 m Tiefe die praktische Aufschlusstiefe.