Die städtebauliche Entwicklung Kerpens ist seit jeher eng mit dem Bergbau verknüpft. Der Tagebau Hambach, nur wenige Kilometer westlich, hat die Landschaft geformt, aber auch den Untergrund nachhaltig verändert. Wer heute in Kerpen ein Bauvorhaben plant, stößt schnell auf die Folgen dieser Geschichte: umgelagerte Böden, heterogene Verfüllungen und schwer einschätzbare Tragfähigkeiten. Die klassische Ramm- oder Drucksondierung stößt hier oft an Grenzen, weil sie nur punktuelle Informationen liefert. Genau deshalb setzen wir vor größeren Gründungsarbeiten auf seismische Tomographie. Sie erlaubt uns, den Untergrund flächig abzubilden – ohne einen einzigen Aufschluss zu verfehlen, der später zum Problem werden könnte. Die Methode kombiniert Refraktions- und Reflexionsverfahren und passt ideal zu den anspruchsvollen Baugrundverhältnissen im Erftkreis.
Seismische Tomographie ist das einzige zerstörungsfreie Verfahren, das uns ein durchgehendes Bild von Baugrundanomalien im Rheinischen Revier liefert – bevor der erste Bagger anrollt.
Technische Details zur Leistung in Kerpen

Typische technische Herausforderungen in Kerpen
In Kerpen sehen wir bei Baugrundgutachten immer wieder dasselbe Problem: Die punktuelle Erkundung liefert ein zu optimistisches Bild. Ein Rammkernsondierung in 5 Meter Tiefe zeigt tragfähigen Sand – aber drei Meter daneben liegt eine alte, mit Bauschutt verfüllte Mergelgrube, die niemand auf dem Schirm hatte. Oder es findet sich ein Resthohlraum aus dem Altbergbau, der im Bohrplan schlicht nicht auftaucht. Solche Überraschungen werden teuer. Setzungsrisse, ungleiche Setzungen oder im schlimmsten Fall ein Gründungsversagen sind die Folge. Die Reflexionsseismik kartiert diese Störkörper lückenlos. Sie zeigt uns, wo der Untergrund homogen ist und wo er es nicht ist. Gerade bei der Nachverdichtung auf ehemaligen Industrieflächen entlang der Erft ist das keine akademische Übung, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Ein verpasster Hohlraum kann ein ganzes Bauvorhaben stoppen.
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Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum im Bereich seismischer Verfahren deckt die gesamte Prozesskette ab – von der ersten Vorerkundung bis zur detaillierten dynamischen Baugrundanalyse.
Seismische Refraktionstomographie (2D)
Klassische Methode zur Bestimmung des Felshorizonts und der Lockergesteinsmächtigkeit. Wir setzen sie ein, um die Gründungstiefe für Einfamilienhäuser oder Hallen in Kerpen zu optimieren.
Reflexionsseismik (Hochauflösend)
Geht tiefer als die Refraktion und erkennt auch dünne Zwischenschichten. Unverzichtbar zur Detektion von Hohlräumen und Störungszonen im Umfeld des ehemaligen Braunkohleabbaus.
Kombinierte P- und S-Wellen-Tomographie
Liefert dynamische Bodenkennwerte (Gmax, v) für die numerische Simulation. Relevant für Erdbebennachweise nach EC 8, auch wenn Kerpen in der Erdbebenzone 1 liegt.
Übliche Fragen
Was kostet eine seismische Tomographie für ein Grundstück in Kerpen?
Die Kosten liegen typischerweise zwischen €2.740 und €4.400, abhängig von der Profillänge, der Anzahl der Schüsse und dem Auswerteaufwand. Ein kleines Profil mit 24 Geophonen ist günstiger; eine Kombination aus Refraktion und Reflexion über mehrere Linien liegt am oberen Ende. Wir erstellen vorab ein verbindliches Angebot.
Ist das Verfahren auch im bebauten Stadtgebiet von Kerpen einsetzbar?
Ja, wir arbeiten mit einem beschleunigten Fallgewicht anstelle von Sprengstoff, wenn die Umgebung sensibel ist. Die Messung selbst dauert pro Profil etwa eine Stunde, die Vibrationen liegen weit unter den Grenzwerten der DIN 4150.
Welche Tiefe erreicht die seismische Tomographie im Kerpener Untergrund?
Mit einem 48-Kanal-Ausleger und einer Geophonabstand von 2 Metern erreichen wir in den typischen Sanden und Tonen zuverlässig 25 bis 30 Meter. Für größere Tiefen bis 50 Meter setzen wir längere Ausleger oder eine stärkere seismische Quelle ein. Mehr Info.