Ein Tiefbauprojekt im Kerpener Stadtteil Horrem, direkt auf den tonig-schluffigen Deckschichten der Ville. Der Bodengutachter will wissen, wie viel Wasser durch die oberen Meter sickert, bevor die Baugrube läuft. Genau hier setzt der Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc an. Wir bohren das Loch, setzen die Lanze und messen den Durchfluss bei konstantem Druck. Bei Fels kommen wir mit Lugeon: Packer setzen, Stufen testen, die Klüftigkeit im devonischen Grundgebirge abschätzen. In Kerpen kombinieren wir die Versuche oft mit einer Korngrößenanalyse, um den gemessenen kf-Wert labortechnisch zu plausibilisieren. Kein Versuch läuft bei uns ohne Bezug zu den anstehenden Schichten des Rheinischen Braunkohlereviers.
Die Lugeon-Stufen im Kerpener Fels zeigen oft eine turbulente Strömung ab 3 bar – das spricht für offene Klüfte.
Technische Details zur Leistung in Kerpen

Typische technische Herausforderungen in Kerpen
Die Pumpe summt, der Druckminderer surrt leise – ein Lugeon-Test läuft. Das kritische Bauteil ist der Packer: Sitzt er nicht dicht, läuft Wasser am Gestänge vorbei und der gemessene Lugeon-Wert wird wertlos. In Kerpen mit seinen verwitterten Tonsteinen und Braunkohleflözen kann der Bohrlochrand beim Abteufen verschmieren. Wir spülen deshalb immer mit Klarwasser und dosiertem Druck. Beim Lefranc-Test in der ungesättigten Zone ist die größte Fehlerquelle eine unzureichende Sättigung des Bodens um die Filterstrecke. Wir warten oft 20 Minuten, bis sich ein stationärer Fluss einstellt. Wird das ignoriert, sind die kf-Werte Makulatur. Besonders im Übergang von der sandigen Hauptterrasse zum liegenden Tertiär – den wir in Kerpen ständig antreffen – ist die Schichtung so stark, dass ein einziger Versuch ohne geologische Einordnung kein belastbares Bild liefert.
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Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum rund um den Felddurchlässigkeitsversuch deckt die gesamte Prozesskette ab – von der Bohrlochvorbereitung bis zur Auswertung inklusive hydrogeologischem Kurzbericht:
Lefranc-Versuch (variable/konstante Druckhöhe)
Durchführung in Bohrlöchern ab 100 mm Durchmesser. Ermittlung des Durchlässigkeitsbeiwerts kf in Lockergesteinen für Versickerungsgutachten und Baugrubenentwässerung.
Lugeon-Test im Festgestein
5-Stufen-Druckversuch mit Doppelpacker zur Bestimmung des Lugeon-Werts. Abschätzung der Gebirgsdurchlässigkeit und Klüftigkeit für Tunnel- und Gründungsprojekte am Ville-Hang.
Aushubüberwachung und Baggerschurf-Versickerung
Kombinierter Versickerungsversuch im Baggerschurf nach ATV-DVWK. Ideal für oberflächennahe Rigolen und Mulden direkt auf dem Baufeld in Kerpen.
Hydrogeologische Auswertung & kf-Korrelation
Abgleich der Feldversuche mit Labordaten aus der Korngrößenanalyse und Sieblinie. Plausibilisierung nach Beyer, Hazen oder Seiler für Bauwasserhaltungen.
Übliche Fragen
Wann brauche ich in Kerpen einen Lefranc- und wann einen Lugeon-Versuch?
Lefranc eignet sich für Lockergesteine – Kiese, Sande, Schluffe – wie sie in der Kerpener Hauptterrasse und den Deckschichten der Ville vorkommen. Sobald Sie auf Festgestein treffen, etwa die devonischen Ton- und Sandsteine in tieferen Lagen oder verfestigte Braunkohleflöze, ist der Lugeon-Test mit Packer die richtige Methode. In der Praxis bohren wir oft durch Lockergestein bis in den Fels und führen beide Versuche in einem Bohrloch nacheinander aus.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?
Ein einzelner Lefranc-Versuch dauert inklusive Sättigungsphase und drei Messstufen etwa 45 bis 60 Minuten. Der Lugeon-Test mit fünf Druckstufen und der Beobachtung des Rückgangs beansprucht rund 90 Minuten. Vorbereitung, Bohrlochspülung und Einbau des Packers nicht eingerechnet. In Kerpen planen wir pro Messtiefe und Methode immer einen halben Tag ein, vor allem wenn schweres Gerät auf beengten innerstädtischen Grundstücken rangiert werden muss.
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc oder Lugeon?
Die Kosten liegen je nach Aufwand und Tiefe zwischen €530 und €940 pro Versuch. Darin enthalten sind die Bohrlochvorbereitung, die eigentliche Messung mit kalibriertem Manometer und Durchflussmesser sowie die Auswertung und Dokumentation im Kurzbericht. Wenn mehrere Tiefenstufen oder beide Verfahren am selben Ansatzpunkt gefahren werden, reduzieren sich die Rüstkosten pro Test.
Welche Norm gilt für den Felddurchlässigkeitsversuch und wie weisen Sie die Konformität nach?
Wir arbeiten nach DIN EN ISO 22282, Teil 2 für Lefranc und Teil 3 für Lugeon. Unsere Drucksensoren und Durchflussmesser werden halbjährlich kalibriert. Jeder Versuch wird mit Bohrprofil, Druckprotokoll und Durchflussganglinie dokumentiert. Auf Wunsch stellen wir die Rohdaten als CSV zur Verfügung, sodass der geotechnische Sachverständige die Auswertung selbst nachvollziehen kann.